29.11.2018

Richtig mahnen

Gegen säumige Kunden vorgehen

© ra2 studio - Fotolia

Nicht bezahlte Rechnungen sind nicht nur ärgerlich. Sie können auch zu einem Liquiditätsengpass führen. Daher sollten Sie zeitnah schriftlich mahnen, wenn Ihr Kunde nicht bezahlt, obwohl Sie Ihre Leistung vollständig und unbeanstandet erbracht haben. Ein effizientes Mahnwesen ist der erste Schritt im Forderungsmanagement. Ihr Kunde wird dafür Verständnis haben.

Nutzen der Mahnung

Eine Mahnung ist gesetzlich nicht zwingend, eine Zahlungserinnerung vor der (ersten) Mahnung auch nicht. Sie können bei Zahlungsverzug auch direkt ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten. Das ist aber im Geschäftsverkehr nicht üblich und selten zielführend. Eine gut formulierte Mahnung veranlasst die meisten Schuldner zur Zahlung, ohne die Geschäftsbeziehung zu beeinträchtigen. Manchmal hilft es auch, telefonisch nachzufragen. Mit einer Mahnung haben Sie allerdings ein Beweismittel über den Eintritt des Zahlungsverzugs. Das sollte ein Mahnschreiben beinhalten:

  • Datum der Mahnung
  • Rechnungsnummer mit Datum
  • Angabe eines neuen Zahlungszieles
  • Mahnkosten bei Eintritt des Verzugs
  • Ankündigung der Folgen bei Nichtzahlung

Wann Verzug entsteht

Grundsätzlich sind Rechnungen sofort fällig, längere Zahlungsfristen („zahlbar innerhalb von x Tagen“) dürfen Sie selbstverständlich einräumen. Die Zahlungsfrist steht auf der Rechnung und/oder in Ihren AGBs. Der sogenannte „Verzug des Schuldners“ ist wichtig, denn sobald dieser entstanden ist, können Sie bei Nichtzahlung Verzugszinsen fordern und ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten.

  • Automatischer Verzug: Geschäftskunden geraten ohne Mahnung in Verzug, wenn sie 30 Tage nach Fälligkeit und Rechnungszugang nicht gezahlt haben. Privatkunden geraten nur dann nach 30 Tagen in Verzug, wenn sie in der Rechnung darauf hingewiesen wurden.
  • Verzug durch Mahnung: Im Übrigen kommt der Schuldner durch eine Mahnung in Verzug, wenn er auf diese nicht gezahlt hat. Maßgeblich ist das Datum der Zustellung. Wenn Sie also eine Zahlungsfrist von 14 Tagen ab Rechnungsdatum vereinbart haben und Sie am 15. Tag keinen Zahlungseingang feststellen können, können Sie mahnen. Meistens lässt man allerdings noch einige Tage verstreichen.

Verzugszinsen und Mahngebühren

Mit Eintritt des Verzugs können Sie Verzugszinsen verlangen. Bei Geschäftspartnern liegt der Zinssatz derzeit bei 8,12 Prozent, bei Verbrauchern bei 4,12 Prozent. Zusätzlich können Sie Ihren Geschäftspartnern eine Mahnpauschale von 40 Euro in Rechnung stellen. Bei Verbrauchern dürfen Sie nur Mahngebühren als Ausgleich für entstandene Material- und Versandkosten berechnen. Laut Rechtsprechung sind 2 bis 3 Euro angemessen.

Säumige Zahler kosten Zeit und Geld. Es gibt Möglichkeiten, das gesamte Inkasso an einen professionellen Dienstleister zu übertragen. Wenn Sie Ihre Forderungen verkaufen, Stichwort Factoring, erhalten Sie direkt Ihr Geld.

copyright emivo GmbH

Drucken