03.12.2018

M&A im deutschen Mittelstand

Aktuelle KfW-Studie gibt einen Überblick

© Andrey Popov - Fotolia

Der deutsche Mittelstand ist bei in- und ausländischen Investoren beliebt. Der Einstieg der chinesischen Midea-Gruppe 2016 beim Augsburger Industrieroboterhersteller Kuka ist nur eines der bekannten Beispiele für ein ausländisches Engagement. KfW Research hat kürzlich öffentlich zugängliche Datenbanken ausgewertet und erstmals die Entwicklungen und Strukturen von Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions) im deutschen Mittelstand zwischen 2005 und 2017 gezeigt. Analysiert wurden Transaktionen mit kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) mit einem Umsatz bis zu 500 Millionen Euro.

  • Im Untersuchungszeitraum gab es rund 1.100 M&A-Transaktionen im deutschen Mittelstand.
  • In 53 % der Fälle wurden die Zielunternehmen vollständig übernommen.
  • Besonders beliebt bei Investoren waren mittelständische Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe (34 % Anteil), gefolgt von KMUs aus der Informations- und Kommunikationstechnologie.
  • Die Käufer der mittelständischen Unternehmen kamen zu 29 % aus dem verarbeitenden Gewerbe und zu 21 % aus der Versicherungs- und Finanzbranche.
  • Bisher haben die inländischen Käufer dominiert (58 %). Seit 2013 verstärken ausländische Investoren ihre Aktivitäten.

Die Digitalisierung wirkt noch verhalten

Der deutsche Mittelstand steht unter einem gewaltigen Digitalisierungsdruck. Nicht nur die bekannten Technologieunternehmen wie Google, Amazon, Microsoft und Tesla gefährden etablierte Märkte (z. B. Automobilzulieferer), sondern z. B. auch neue Player aus China, die mit massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz auf sich aufmerksam machen. Normalerweise wäre es für den deutschen Mittelstand wichtig und richtig, interessante deutsche Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationsbranche (IKT) zur Umsetzung der eigenen Digitalisierungsstrategie zu übernehmen.

  • Tatsächlich hat jedoch nach der KfW-Studie das Interesse an IKT-Unternehmen seit 2005 nur leicht zugelegt.
  • Wenn deutsche IKT-Unternehmen übernommen wurden, dann mehrheitlich von Technologieunternehmen. Die Transaktionen blieben also überwiegend in der eigenen Branche.
  • Lediglich Dienstleister für Unternehmen (B2B) setzen stärker auf die Übernahme von IKT-Unternehmen, nicht jedoch der produzierende Mittelstand.

Finanzinvestoren auf dem Vormarsch

Von 2005 bis 2017 stieg der Anteil von Finanzinvestoren an M&A-Transaktionen von 10,3 auf 13,8 %. Ein Großteil davon sind deutsche Finanzinvestoren (52 %). Investoren aus den USA und Großbritannien sind mit jeweils 9 % auch häufig vertreten. Finanzinvestoren interessieren sich vor allem für Minderheitsbeteiligungen an KMUs (52 %). Vollständige Übernahmen waren mit einem Anteil von 25 % vertreten.

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