02.10.2019

Wer bezahlt die Maklerprovision?

Klare Regeln für Maklerverträge

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Wer sich auf die Suche nach einer Wohnung oder einem Haus begibt, kommt heute kaum noch um einen Makler herum. Makler können ihren Kunden viel Arbeit abnehmen. Dafür möchten sie auch bezahlt werden. Die Maklergebühren, die je nach Stadt und Objekt bis zu sieben Prozent des Kaufpreises betragen, sind ein stattlicher Betrag, den manch ein Immobilienkäufer gerne sparen würde. Kein Wunder, dass Streitigkeiten zwischen Kunden und Maklern vor Gericht landen.

Maklerprovision ist ein Erfolgshonorar

Der Makler erhält seine Provision nur, wenn er seinen Auftrag erfolgreich abgewickelt hat. So muss durch seine Tätigkeit z. B. ein Immobilienkaufvertrag abgeschlossen worden sein. Außerdem muss ein Vertrag zwischen Makler und Immobilienkäufer zustande gekommen sein, wenn er die Provision bezahlen soll. Doch genau hier liegt häufig der Haken, denn die Schriftform ist nicht zwingend erforderlich. Werden Vereinbarungen mündlich getroffen, hat der Makler nur einen Provisionsanspruch, wenn er den Interessenten ausdrücklich auf die Provisionsregelung hingewiesen hat. Besichtigt der Interessent anschließend die Immobilie, gilt der Vertrag als abgeschlossen. Ein Vertrag kann auch durch schlüssiges Handeln zustande kommen. Es reicht aus, wenn der Kaufinteressent von dem Makler ein Exposé erhalten hat, in dem steht, dass die Provision in Höhe von X Prozent bei einer erfolgreichen Vermittlung fällig wird, und er dem nicht widerspricht.

Höhe der Maklerprovision

Die Höhe der Provision ist frei verhandelbar. Sie beträgt bei Immobilienverkäufen je nach Stadt zwischen drei und sieben Prozent des Kaufpreises und sollte sich an der ortsüblichen Höhe orientieren. Sind sechs Prozent ortsüblich, dann dürfen keine zehn Prozent vereinbart werden. Häufig muss der Käufer die Provision bezahlen. Eine Aufteilung zwischen Käufer und Verkäufer ist auch möglich.

Bestellerprinzip

Seit 2015 gibt es das sog. Bestellerprinzip. Es betrifft die Vermittlung von privatem Wohnraum. Danach gilt: Wer bestellt, der bezahlt und zwar allein. Da Makler häufig von Vermietern beauftragt werden, müssen sie seitdem die Maklercourtage bezahlen. Eine Vereinbarung gegen diese Bestimmung ist unwirksam. Auch dürfen sich die Vermieter die Provision anschließend nicht vom Mieter zurückholen, indem sie z. B. für die Übernahme einer gebrauchten Einbauküche eine überzogene Abschlagszahlung verlangen. Das Bestellerprinzip gilt weder für Gewerberaummietverhältnisse noch für den Kauf und Verkauf von Immobilien.

Typische Streitpunkte

  • Stellt das Schalten einer Internetanzeige eine provisionsrelevante Maklerleistung dar? Das Gericht entschied gegen den Makler, denn in dem Fall hatte der Makler keine weiteren Angaben zum Verkäufer gemacht. Diese sind aber notwendig, damit der Interessent in Kaufverhandlungen eintreten kann.
  • Ein Makler verschickt ein Exposé an einen Interessenten, worin steht, dass nach Vertragsabschluss sechs Prozent Provision fällig sind. Selbst wenn die Verkaufsverhandlungen ohne den Makler stattfinden, kann er seine Provision in Rechnung stellen.
  • Wer ein Haus oder eine Wohnung kauft, ohne dass der Makler was dazu beigetragen hat, muss keine Maklergebühr zahlen, selbst wenn der Makler den Vermarktungsauftrag für das Objekt hatte.
  • Entgegen der Auffassung vieler Käufer ist die Provisionshöhe bis zum Kaufvertrag nicht mehr verhandelbar. Ist ein Maklervertrag rechtsgültig zustande gekommen, gilt die vereinbarte Provisionshöhe. Ein Entgegenkommen des Maklers stellt reine Kulanz dar.

Wann die Maklerprovision entfällt

  • Wenn das Immobiliengeschäft nicht zustande gekommen ist.
  • Wenn der Makler Eigentümer, Vermieter oder Verwalter des Objektes ist.
  • Wenn Makler und Auftraggeber wirtschaftlich oder rechtlich miteinander verflochten sind.
  • Wenn der Hinweis auf das 14-tägige Widerspruchsrecht fehlt.

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