02.10.2018

Präsente für Geschäftskunden

Fallstricke bei Freigrenze und Pauschalversteuerung

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Eine Einladung ins Theater zu Weihnachten oder ein Kalender für das neue Jahr – gerne überreicht man seinen Geschäftspartnern als Wertschätzung ein kleines Präsent. Wobei „klein“ hier wörtlich zu nehmen ist, sofern Sie Geschenke an Geschäftskunden als Betriebsausgabe absetzen möchten. Das Finanzamt akzeptiert das nur bei einem Wert bis 35 Euro pro Person und pro Jahr, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. 

Voraussetzung betriebliche Veranlassung

Betrieblich veranlasst ist ein Geschenk, wenn es die Geschäftsbeziehungen zum Beschenkten anbahnen, sichern oder verbessern soll. Das gilt für Geschenke an Geschäftsfreunde und ihre Mitarbeiter, (potenzielle) Kunden, Lieferanten, Vertreter oder andere für das Unternehmen wichtige externe Personen. Als Geschenk anerkannt werden z. B. Blumen, Bücher, Weinkisten, aber auch Gutscheine oder Eintrittskarten. Essenseinladungen (Bewirtungen) gelten nicht als Geschenke. Wichtig ist, dass das Geschenk nicht mit einer Gegenleistung verbunden ist.

Freigrenze von 35 Euro für Betriebsausgabe

  • Grenze nicht überschreiten: Bei dem Betrag von 35,00 Euro netto, bei umsatzsteuerbefreiten Unternehmen 35,00 Euro inkl. Umsatzsteuer, handelt es sich um eine Freigrenze, keinen Freibetrag. Liegt der Wert Ihres Geschenkes nur einen Cent darüber, wird der gesamte Betrag nicht als Betriebsausgabe gewinnmindernd anerkannt.
  • Nachweise: Geschenke sind auf einem extra Konto zu buchen. Auf dem Beleg müssen der Name des Beschenkten sowie die betriebliche Veranlassung stehen. Sofern Ihre Geschenke nicht gewinnmindernd anerkannt werden können, sind sie buchhalterisch wie private Entnahmen aus dem Betriebsvermögen zu behandeln. Das gilt etwa für einen teuren Segeltörn, zu dem Sie Ihre Geschäftskunden einladen.
  • Streuwerbeartikel: Sog. „Streuwerbeartikeln“ unter 10 Euro, die in Massen verteilt werden (Kugelschreiber, Kalender, Schlüsselbundanhänger, USB-Sticks usw.) sind in voller Höhe Betriebsausgaben. Die Namen der Beschenkten müssen nicht angegeben werden.

Pauschalversteuerung

Mit der Pauschalsteuer in Höhe von 30 Prozent des Geschenkwertes kann der Schenker ersatzweise für den Beschenkten die Steuerpflicht übernehmen. Das dürfte in den meisten Fällen zweckmäßig sein, damit sich der Beschenkte ungetrübt über sein Geschenk freuen kann.

  • Höhe: Sie führen als Schenker 30 Prozent des Bruttowertes des Geschenkes als Pauschalsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggfs. Kirchensteuer an das Finanzamt ab. Sie müssen den Beschenkten von der Übernahme der Steuerpflicht unterrichten.
  • Achtung: Die von Ihnen pauschal übernommene Steuer zählt als weiteres Geschenk. Sie erhöht den Geschenkwert und führt leicht dazu, dass die Grenze von 35 Euro überschritten wird mit der Folge, dass die gesamten Kosten nicht als Betriebsausgabe abzusetzen sind. Dies hat der Bundesfinanzhof 2017 so entschieden. Es bleibt abzuwarten, wie die Finanzämter mit dem neuen Pauschalierungsurteil umgehen.
  • Keine Ausnahme: Wenn Sie für einen Kunden die Pauschalversteuerung übernehmen möchten, so müssen Sie dies ohne Ausnahme für alle Kunden tun.
  • Grenze: Die Pauschalierung ist ausgeschlossen, soweit die Aufwendungen je Empfänger und Wirtschaftsjahr oder für die einzelne Zuwendung den Betrag von 10.000 Euro überschreiten.

Prüfen Sie mit Ihrem Steuerberater, wie Sie in Zukunft Geschenke an Ihre Geschäftskunden steuerlich optimieren können.

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